Ziegenlippe und Knoblauchkröte

Abenteuer im Thüringer Wald

Ob der schmackhafte Speisepilz in Farbe, Form oder Beschaffenheit irgendwie an das Maul einer Ziege erinnert, ist natürlich nicht mit letzter Sicherheit zu sagen. Die Ziegenlippe ist aber auf jeden Fall zu Recht sehr beliebt bei Pilzsammlern. Drückt man den Schwamm leicht ein, verfärbt er sich wie auch bei der Marone blau. Für diese Farbreaktion ist der Sauerstoff aus der Luft verantwortlich. Sie ist geheimnisvoll, die Welt der Pilze, und hat jede Menge spannende Details auf Lager.

Pilzen auf der Spur

Auf dem Pilzerlebnispfad in Gräfenwarth im Naturpark Schiefergebirge/ Obere Saale kommt ihr diesen Geheimnissen mit jedem Schritt ein Stückchen näher. Auf dem 5,4 km langen Rundweg an den Ufern des Bleilochstausees könnt ihr an 13 verschiedenen Stationen alles über die Pilze und ihr riesiges unterirdisches Netzwerk, das Pilzmyzel, erfahren. Stets gilt dabei: nicht nur informieren, sondern auch ausprobieren! Überdimensionale Pilzhüte und -stiele zum Erklettern oder Pilzmyzel aus Seilen zum Balancieren bringen euch dem Leben der Pilze näher und sorgen für jede Menge Bewegungsspaß.
 

©Dominik Ketz, Regionalverbund Thüringer Wald e.V.

In der „Märchenstube“ erfahrt ihr Spannendes zur Rolle der Pilze in der Mythologie und Sagenwelt. Eigens für den Erlebnispfad geschriebene Märchen befassen sich damit, wie die Pilze zu ihrem Aussehen kamen. Praktisch ganz nebenbei genießt ihr an den zahlreichen Aussichtspunkten entlang des Weges einen herrlichen Ausblick auf die Saale. Und wer sich in Sachen Namensgebung der Ziegenlippe ein eigenes Bild machen möchte, der kann den Vierbeinern auf der Walderlebnisinsel in Ziegenrück einen Besuch abstatten.
 

©Christopher Schmid

Das Land der Tausend Teiche

Die Knoblauchkröte dagegen ist im „Land der Tausend Teiche“ beheimatet. Fühlt sich das Tier bedroht, kann es ein nach Knoblauch riechendes Sekret absondern, was der Feindabwehr dient. Die Knoblauchkröte ist sehr selten und steht sogar auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Die Amphibien fühlen sich im größten zusammenhängenden Teichgebiet Thüringens rund um Dreba und Plothen besonders wohl. 

Tipp: Rundwanderweg für Kinder im Land der tausend Teiche

©Susen Reuter, Regionalverbund Thüringer Wald e.V.

Mit ein bisschen Glück bekommt ihr in diesem einzigartigen Naturreich hin und wieder auch seltene Vogelarten wie den Fischadler oder die Bekassine aus der Familie der Schnepfenvögel zu Gesicht. Das „Land der Tausend Teiche“ ist schon aufgrund seiner Artenvielfalt ein besonderes Fleckchen Erde. Im Reich der Libellen und Wasservögel werden die Geschichten der Benediktinermönche erzählt, die hier im elften und zwölften Jahrhundert nicht weniger als eintausend Teiche zur Fischzucht anlegten. Noch heute sind mehrere Hundert Teiche erhalten. Diese bilden in einer Höhenlage von 480 bis 500 Metern eine einmalige, historisch gewachsene Teichlandschaft, die seit jeher ausschließlich durch Regenwasser gespeist wird und diesem artenreichen Naturraum den Namen „Himmelsteiche“ einbrachte. Auf einer Länge von etwa 8 km lädt hier der als Rundweg angelegte Naturlehrpfad Plothen die ganze Familie zum Sammeln eigener Entdeckergeschichten ein.

Titelbild: ©Dominik Ketz, Regionalverbund Thüringer Wald e.V.

Der Natur auf der Spur

Unterwegs im Land der Tausend Teiche

Zwischen den Wäldern des Rennsteigs und den Burgen der Saale befindet sich der Naturpark "Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale". Das Besondere an diesem Naturpark sind fünf ganz unterschiedliche Naturräume mit speziellen Landschaftsbildern. Einer dieser Naturräume ist das Thüringer „Land der Tausend Teiche“, unsere Heimat - das größte Teichgebiet in Thüringen mit einer ursprünglich von Menschenhand geschaffenen Kulturlandschaft.

 

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