Thüringer Becken

Die eigene Mitte finden in schöner Umgebung: der „Garten des ewigen Glücks“ in Weißensee ist ein perfekter Ort dafür. Ein bisschen aktiver geht das auch per Rad entlang der Unstrut. Aber unbedingt mit einem kleinen Abstecher in die Steinzeit und zur Ausgrabungsstätte Steinrinne Bilzingsleben. Denn manchmal macht man auf Umwegen die Entdeckung seines Lebens.

Ein Schloss steht in Kannawurf

Geheimtipp nicht nur für Prinzessinnen

Wir fahren gerade durch ein Dorf namens Kannawurf, als unsere Tochter Lena ausruft: „Guck mal Papa! Da steht ein Märchenschloss. Bitte, bitte. Können wir anhalten?“ Jule und ich tauschen Blicke aus. Lena ist in der Prinzessinnenphase. Sie ist heute brav mitgetrabt auf unserer kleinen Wanderung. Warum soll sie nicht dafür belohnt werden. Ich lenke ein und folge dem Wegweiser mit der Aufschrift „Schloss Kannawurf“.
Die perfekte Verbindung von Garten und Bier

Das Glück liegt in Weißensee

„Zwei Bier und ein Mord!“, rufe ich aus, als wir das Ortsschild mit der Aufschrift „Weißensee“ passieren. „Was?“ Clara, die unseren Wagen steuert, bremst spontan. „Na, Weißensee!“ rufe ich aufgeregt.
Ausgrabungstätte Bilzingsleben
Urzeitliche Begegnung in Bilzingsleben

Der Mann mit dem Speer

Abrupt wache ich auf, als Clara bremst. Das Letzte, woran ich mich erinnere, ist das Ratsbier in Weißensee. Clara zeigt mit dem Finger nach links. „Hier, schau!“. Ich strecke mich gähnend und folge mit dem Blick Claras Finger. Er zeigt direkt auf ein Plakat, auf dem ein Mann mit Speer und Fackel zu sehen ist. „Was soll das sein?“ murmele ich verschlafen. Prompt rollt Clara mit den Augen. „Eine Ausgrabungsstätte“, sagt sie mit Nachdruck. Ich habe spontan alte Knochenfragmente und kaputte Keramiktöpfe vor Augen. Mehr ist sicher nicht zu erwarten. Immerhin bringe ich ein schwach interessiertes „Mmh“ zustande. Ist aber eh egal, Clara hat schon den Blinker gesetzt.