Kulinarische Entdeckungen

Im Weimarer Land

Also, Philip und ich hatten endlich mal ein paar Tage frei und sind einfach losgefahren, ohne richtigen Plan. Er fährt gern von der Autobahn ab, um Lokalkolorit zu schnuppern. Leider war ich nicht aufmerksam genug und habe die Schilder verpasst, um mich zu orientieren. Wir fuhren durch beschauliche Orte entlang weiter Felder. Schließlich hielt er an.

Ich stieg aus, um mir die Beine zu vertreten. Sah sehr idyllisch aus hier. Blühende Bauerngärten, ein friedlich strömender Fluss und dieser Duft in der Luft. Frisches Brot! Kindheitserinnerungen stiegen in mir auf.

Ich folgte der Duftspur und stand vor einem Hofeingang mit zwei Schildern: „Mühlenladen“ und „Altdeutscher Backofen“. Volltreffer! Im Laden gab es wirklich ganz frisches Brot, selbstgebacken. Und hausgemachten Blechkuchen, Brotaufstriche, Räucherforelle, und, und, … Ein Hofladen! Ich liebe sowas. Hatte nur leider keinen Beutel dabei. Aber dann hörte ich Philip rufen. „Der kann mir tragen helfen“, dachte ich. Ich weiß noch, dass ich die nette junge Dame hinter dem Holztresen fragte: „Wo sind wir denn hier?“ „In Buchfart“, lächelte sie. „Im Weimarer Land“.

Hofladen-Hopping

Begeistert von der Landschaft und der ersten zauberhaften Begegnung haben wir uns im Weimarer Land nun für ein paar Tage eingerichtet, in einem Ferienhaus am Stausee Hohenfelden. Von hier aus machen wir Radtouren und abends springen wir dann in den See. Nach dem Mühlenladen in Buchfart habe ich noch jede Menge andere Hofläden entdeckt. In unserem Kühlschrank stapelt sich Selbstgeschlachtetes aus Kiliansroda, Honig von Schloss Tonndorf, Ziegenkäsebällchen aus Eichelborn. Natürlich auch frische Landeier fürs Frühstück.


Ich fühle mich ein bisschen wie im Schlaraffenland, und Philip auch. Jedenfalls sieht er nicht unzufrieden aus. Morgen fahren wir zu einer historischen Senfmühle in Kleinhettstedt. Hat sich diesmal Philip ausgesucht. Er hat gelesen, dass man Führungen durch die Mühle machen. Soll mir recht sein, es gibt ja dort auch einen Hofladen. 

Geburtstagswürdig

Übrigens müssen wir auch nicht immer selbst kochen. Vor zwei Tagen waren wir essen, um Philips Geburtstag zu feiern. Er wollte unbedingt was traditionell Thüringisches. Wir landeten schließlich im „Zum güldenen Zopf“ in Blankenhain. Schönes altes Fachwerkgebäude. Philip probierte die Roulade vom Weiderind aus Oberweißbach und sagte, er würde die Bergweiden des Thüringer Waldes praktisch herausschmecken. Bei Rindfleisch neigt er oft zu Übertreibungen. Ich habe aber gekostet und muss zugeben, es war wirklich exquisit. Mein Zander mit Perlgraupenrisotto übrigens auch. Dazu ein frischer Weißer aus der Bad-Sulzaer Weinregion und ein Bier aus Watzdorf für Philip. Wie im Schlemmerhimmel. Und alles aus der Gegend! Das Gute liegt im Weimarer Land eben nah beieinander. Weitere kulinarische Tipps für die Region findet ihr hier.

 

Titelbild: ©Roman Möbius, Weimarer Land Tourismus e.V.

 

 

 

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