Abenteuer Kanonenbahn-Radweg

Radfahren im Eichsfeld

Hier gibt’s statt Bratwurst den Eichsfelder Feldgieker. Wie es zu diesem Namen kam? Na, weil die Wurst beim Trocknen „aufs Feld naus giekte“. Und diese Felder scheinen endlos zu sein. Ohmgebirge, Dün, der Lauf von Werra und Unstrut bieten wunderbare Fotomotive. Die Wanderwege führen durch malerische Dörfchen, wo Traditionen bis heute gelebt werden. Wandern ist nicht so euer Ding? Dann eben per Rad in Kanonengeschwindigkeit.

 

© MERIAN, Peter Hirth

Im Südeichsfeld – der Toskana des Nordens – geht es schnurstracks entlang unvergesslicher Landschaft. Auf inspirierenden 32 km führt der Kanonenbahn-Radweg durch die thüringischen Landkreise Eichsfeld und Unstrut-Hainich, dann durch den hessischen Werra-Meißner-Kreis. Also schwingen wir uns aufs Rad. Unstrutquelle und -viadukt, der Küllstedter Tunnel, die Kalktuffquelle, der Draisinen-Bahnhof und die Rad-Wege-Kirche ziehen an uns vorbei.

Moment! Draisine? Das sollten wir ausprobieren.

Achterbahn trifft Geisterbahn

Das Haar weht im Wind, die Landschaft scheint unbegrenzt. Dann wird es dunkel. Mit der Draisine geht es durch fünf Tunnel auf der stillgelegten Bahnstrecke Leinefelde-Treysa. Ein wenig wie Achterbahn und Geisterbahn zusammen. Neben uns strampeln die Radfahrer und wir ziehen an ihnen vorbei. Spannend, wir hören verschiedene Sprachen und Dialekte. Der Kanonenbahn-Radweg würde uns bis nach Hessen hineinführen. Natürlich sind die Erlebnisse der Menschen im Eichsfeld noch immer geprägt vom Leben an der Deutsch-Deutschen Grenze. Wir kommen ins Gespräch und erfahren, dass es ganz in der Nähe die Gedenkstätte Grenzmuseum Schifflersgrund zu besichtigen gibt. Das schauen wir uns später noch an.

Geschafft. Entlang der Strecke laden zahlreiche Rastplätze zu einer Pause ein. Und weil es mit einem Leckerbissen begonnen hat, endet die Tour auch mit einem: Zur Belohnung gibt es einen köstlichen Schmandkuchen aus der Region. Herrlich!

Ein Dorf geht am Stock

Am Nachbartisch wird diskutiert. Carbonfaser oder Holz? Ein Gespräch unter Wanderfreunden. Moderne Teleskopstöcke scheinen bei dem einen keine Alternative zu den Gehhilfen aus Eiche und Kastanie. Stolz werkelt er an seinem Wanderstock herum und lacht uns zu: „Aus Lindewerra! So wie bei Dr. House.“

Es stellt sich heraus, dass der Ort im Eichsfeld auf eine lange „Stockmachertradition“ zurückblicken kann. Die Produkte aus den zwei Manufakturen erreichen Kunden in der ganzen Welt. Und schaffen es dabei bis ins Fernsehen. Beeindruckt planen wir einen Besuch auf unserem Weg Richtung Norden zur Übernachtung im Klausenhof. Doch das ist eine andere Geschichte und auf keinen Fall etwas für Heuschnupfen-Allergiker!


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